Sportschau
11. října 2026

Stand: 11.10.2026 • 19:05 Uhr
Der 1. FC Köln hat Borussia Mönchengladbach im einem hitzigen rheinischen Derby eine weitere Niederlage zugefügt.
Beim Bundesliga-Debüt des neuen Gladbacher Trainers Alexander Blessin, der vor der Länderspielpause Eugen Polanski ersetzt hatte, gewannen die Kölner am Sonntag mit 2:1 (1:1) und rückten in der Tabelle mit nun sieben Punkten auf Platz zehn vor. Schlusslicht Gladbach wartet auch nach dem fünften Saisonspiel weiter auf seinen ersten Punkt.
Die Gladbacher Fans sorgten in der zweiten Halbzeit für eine kurze Unterbrechung, weil sie mit Böllern warfen, Leuchtraketen in benachbarte Blöcke schossen und sich mit Kölnern im benachbarten Heimblock prügelten.
Ísak Jóhannesson (26.) brachte den FC mit einem sehenswerten Volleyschuss in Führung, Joe Scally glich mit dem Kopf für die Borussia aus. Nach der Pause erzielte Said El Mala (67.) das Siegtor. Gladbach präsentierte sich im ersten Spiel unter Blessin defensiv zunächst stabiler, nachdem es in den ersten vier Spielen bereits 16 Gegentreffer kassiert hatte, geriet dann aber zunehmend unter Druck. Köln erspielte sich mehr klare Chancen und verdiente sich den Sieg vor allem nach der Pause.
"Es war sehr ausgeglichen in der ersten Halbzeit, wir haben eine gute Struktur gehabt", sagte Blessin. "Nach der Halbzeitpause waren wir sehr inaktiv und kriegen das Tor - wobei ich sagen muss: Ein klares Foul." Vor dem 2:1 hatte El Mala Gladbachs Hashioka umgerempelt, der Schiedsrichter hatte weiterspielen lassen. Es gebe viel zu verbessern, "aber ich habe gemerkt: Die Jungs wollen. Das ist für mich das Wichtigste."
Blessins Gegenüber René Wagner war nach dem Spiel dagegen "sehr happy. Ich denke, jeder im Stadion hat gesehen, dass die Jungs um jeden Ball gefightet haben." Zur Tatsache, dass Köln erneut ein Gegentor kassierte, sagte Wagner: "Wir müssen dafür sorgen, dass wir eins mehr machen - dann gewinnen wir die Spiele".
FC-Coach Wagner hatte seine Startelf nach dem 1:2 beim Hamburger SV auf mehreren Positionen verändert. Weil sich die Mittelstürmer Thijs Dallinga und Ragnar Ache im Test bei Viktoria Köln verletzt hatten, begann etwa Marius Bülter im Sturmzentrum.
Bei Gladbach, das zuletzt 3:4 gegen den FSV Mainz 05 verlor, musste Blessin auf die angeschlagenen Ko Itakura, Franck Honorat und Tim Kleindienst verzichten.
Ebenfalls ohne Einsatz am Seitenrand blieb Kölns Maskottchen Hennes IX. Der Geißbock musste aufgrund eines Vogelgrippe-Virus im Kölner Zoo in Quarantäne bleiben.
Nach dem etwas verspäteten Anpfiff wegen des Zündens von Pyrotechnik in beiden Fan-Lagern gab Gladbachs Hack schon nach einer Minute den ersten Torschuss aus dem Rückraum ab, der Kölns Torhüter Marvin Schwäbe aber keine Probleme bereitete. Gladbach blieb in der Anfangsphase die mutigere Mannschaft und suchte den Weg nach vorne. Einen wuchtigen, aber zu zentralen Freistoß von Philipp Sander (7.) aus 20 Metern wehrte Schwäbe mit den Fäusten ab.
Köln hielt dagegen, hatte zunächst keine zwingenden Abschlüsse. Doch bei der ersten nennenswerten FC-Möglichkeit wurde es brandgefährlich. Sosa schickte El Mala (16.) auf der linken Seite in die Tiefe, doch sein Schlenzer auf das lange Eck hatte nicht genug Schnitt und segelte am Pfosten vorbei.

Isak Johannesson feiert seinen Treffer
In der umkämpften Partie nutzten die Kölner eine Standardsituation, um in Führung zu gehen. Einen Sosa-Freistoß von der rechten Seite an den zweiten Pfosten klärte Gladbachs Lidberg mit dem Kopf genau vor den starken linken Fuß von Jóhannesson (26.), der den Ball von der Strafraumkante per Direktabnahme oben links in den Winkel setzte.
Gladbach war um eine Antwort bemüht, spielte im Angriffsdrittel aber oft zu unsauber und berechenbar. Die Gäste kamen zum Ausgleich, als die nun tiefer stehenden Kölner nicht konsequent verteidigten.
Zunächst parierte Schwäbe einen Kopfball von Sander, dann rauschte eine Gladbacher Flanke vom rechten auf den linken Flügel - und schließlich kam der Ball per Ullrich-Flanke wieder in den FC-Strafraum. Kölns Jahmai Simpson-Pussey verlängerte die Hereingabe am ersten Pfosten unglücklich mit dem Kopf, sodass Scally (39.) die Kugel in der Mitte aus kurzer Distanz über die Linie köpfen konnte.
Linton Maina (42.) hatte auf der Gegenseite die Chance zur erneuten Kölner Führung, doch bei seinem Flachschuss aus spitzem Winkel bekam Gladbachs Keeper Moritz Nicolas noch die Beine zusammen und parierte. In der Nachspielzeit musste Kölns Ellyes Skhiri nach einem Zusammenprall mit Neuhaus mit einer Trage vom Platz gebracht werden, für ihn kam Krauß.
Köln kam schwungvoll aus der Kabine und machte Druck. Ein Abschluss von El Mala (50.) aus 18 Metern flog über das Tor, einen Kopfball von Simpson-Pussey (52.) klärte Gladbachs Jan Leszczynski kurz vor der Torlinie. Nach einem zu kurz geratenen Rückpass von Gladbachs Hasioka schnappte sich El Mala (57.) den Ball und lief auf Nicolas zu. Doch anstatt den Ball zum mitgelaufenen Bülter quer zu legen, schloss El Mala selbst ab und wurde im letzten Moment noch von Leszczynski geblockt.
Bei seinem nächsten Versuch machte es El Mala besser. Maina eroberte den Ball im Mittelfeld und leitete ihn auf die linke Seite zu El Mala (67.) weiter. Der 20-Jährige zog nach innen und schlenzte die Kugel aus knapp 20 Metern ins lange Eck - ein Traumtor. Beinahe hätte El Mala (73.) kurz darauf einen Doppelpack geschnürt, dieses Mal verfehlte er das linke obere Eck von der Strafraumkante aber um Haaresbreite.

Said El Mala jubelt mit seinen Teamkollegen
"Den Tag heute werde ich nicht vergessen", sagte El Mala, nachdem er in der Länderspielpause sein Debüt für Deutschland gegeben hatte. "Wir haben gebrannt auf das Spiel. Das fühl sich gerade sehr, sehr gut an, gewonnen zu haben. Dass ich das entscheidende Tor schießen konnte, hat mich um so mehr gefreut", so El Mala, der auch Trainer Wagner den Rücken stärkte. "Der Trainer und das gesamte Team haben uns super eingestellt."
El Malas Tor quittierten die Gladbacher mit Böllern und Leuchtraketen, die sie in benachbarte Blöcke schossen. Außerdem schlugen sie eine Plexiglasscheibe ein, die den Gästeblock von den Kölner Fans trennen sollte. Unter Einsatz ihrer Gürtel und Fäuste prügelten sie sich mit einigen Kölnern.
Erst nach einigen Minuten kamen Polizisten ins Stadion und trennten beide Lager. Nach einer kurzen Unterbrechung durch Schiedsrichter Jöllenbeck wurde das Spiel fortgesetzt. Laut Polizei wurden ein Fan und eine Ordnerin bei den Ausschreitungen verletzt.

Fans von Borussia Mönchengladbach randalieren in Köln
Das Derby war der erste große Härtetest für ein neues Sicherheitskonzept in NRW. Im Juli haben NRW-Innenminister Herbert Reul und die Profivereine die sogenannten "Stadionallianzen NRW" vereinbart. Die Idee dahinter: Im Stadion soll sich die Polizei komplett, im direkten Umfeld weitgehend zurückziehen.
Gladbach hatte erst zu Beginn der Schlussphase eine gute Chance zum Ausgleich. Nach einem Konter kam der Ball in den Rückraum zu Bolin (83.), dessen präzisen Abschluss FC-Keeper Schwäbe noch aus dem oberen rechten Eck kratzte. In den letzten Minuten warf die Borussia alles nach vorne. Bei einem Schuss von Zento Uno (88.) aus 15 Metern, den Krauß blockte, wurde es noch einmal gefährlich für Köln.
Danach ließen die Gastgeber aber nichts mehr anbrennen. Stattdessen verpasste der eingewechselte Luca Waldschmidt (90.+6) mit einem Flachschuss nach einem Konter knapp das 3:1.
"Ich fand, ich in der ersten Halbzeit waren wir das bessere Team", sagte Gladbachs Sander. "Wenn wir noch etwas konsequenter sind, gehen wir hier mit einem Punkt raus." Auf die Frage, was ihm Hoffnung mache, sagte Sander: "Der Glaube. An den Trainer. An die Mannschaft. Ich weiß, dass wir die Qualität haben, um in der Bundesliga zu konkurrieren und Punkte zu holen. Das werden wir in den nächsten Wochen auch beweisen."
Für Köln steht bereits am Freitag (20.30 Uhr) die nächste Partie bei Eintracht Frankfurt an. Borussia Mönchengladbach empfängt am Sonntag (17.30 Uhr) die TSG Hoffenheim.
Sendung: WDR.de, Audio-Livestream 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach, 11.10.2026, 15.15 Uhr
Dieses Thema im Programm: sportschau. de | El Malas Traumtor beschert Köln den Derbysieg | 12.10.26 | 00:00 Uhr
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