Sportschau
11. Oktober 2026

Stand: 11.10.2026 • 15:29 Uhr
Der FC St. Pauli nutzt die Schwächen des Karlsruher SC aus und darf sich nach dem 2:0-Sieg in der 2. Fußball-Bundesliga nach oben orientieren.
Der Bundesliga-Absteiger blieb das vierte Spiel in Folge ungeschlagen, kletterte mit nun zehn Punkten auf Platz sieben. Der KSC dagegen wartet seit dem Sieg zum Liga-Auftakt gegen Bielefeld weiter auf ein Erfolgserlebnis und rutscht auf den vorletzten Tabellenplatz ab.
Abdoulie Ceesay brachte St. Pauli mit dem Führungstreffer in der 32. Minute auf Kurs. Lars Ritzka sorgte nach der Pause mit dem 2:0 (51.) für die Entscheidung.
St. Paulis Coach Marcel Rapp sprach im Sportschau-Interview dennoch einige kritische Punkte an: "Wir waren vor allem in der ersten Halbzeit zu passiv. Standards sind dann manchmal der Dosenöffner. Die 2. Liga ist wahnsinnig eng. Insgesamt haben wir ein gutes Spiel gemacht."
Der KSC begann am Millerntor mutig: Die Karlsruher attackierten St. Pauli früh und mit hohem Pressing, waren dadurch aber anfällig: Keeper Hans-Christian Bernat musste schon in der Anfangsphase zweimal den möglichen Rückstand verhindern, parierte beide Male aus kurzer Distanz gegen Youssoupha Niang (9., 15. Minute).
Aber auch der KSC hätte früh in Führung gehen können: Shio Fukuda war nach einem Steilpass frei im Strafraum, verfehlte aber das lange Eck knapp (13.).
Nach 21 Minuten jubelten die Karlsruher schon über die vermeintliche Führung. Christoph Kobald köpfte nach einem Eckball ein. Doch Schiedsrichter Lukas Benen gab den Treffer nicht, St.-Pauli-Verteidiger Eric Smith war bei Marwin Wanitzeks Flanke am voll besetzten Fünfmeterraum zu Boden gegangen, wurde dabei allenfalls nur touchiert von Sandro Tremoulet. Ein unfairer Einsatz des Karlsruhers war nicht zu erkennen, doch der VAR griff nicht ein.
Sehr viel Glück für die Gastgeber, die insgesamt zu wenig aus ihren Umschaltchancen machten und nach vorne meist zu umständlich spielten. Fünf Minuten später hatte Arkadiusz Pyrka freie Bahn, zögerte aber zu lange und verzog dann völlig.
Die Führung für St. Pauli fiel dann auch überraschend, mit kräftiger Unterstützung des Gegners: Der KSC verlor den Ball in der Vorwärtsbewegung, Connor Metcalfe legte Ceesay den Ball in den Lauf, der zielte aufs kurze Eck, Bernat ließ den Ball durchrutschen.
Der KSC wirkte nach dem Rückstand verunsichert, Ceesay hätte fast seinen zweiten Treffer nachgelegt: Sein Schuss, noch abgefälscht von Viktor Bergh, ging knapp vorbei (37.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Metcalfe freie Bahn, KSC-Verteidiger Marcel Franke blockte den Schuss im letzten Moment ab.
Dafür traf St. Pauli kurz nach der Pause, wieder sah die Karlsruher Defensive nicht gut aus: Der Freistoß von Smith flog halbhoch durch bis an den Fünfmeterraum, Ritzka hielt den Fuß rein und verlängerte den Ball ins lange Eck.
Der nächste Tiefschlag für den KSC, der eine Minute nach dem zweiten Gegentor die Großchance zum Anschluss liegen ließ: Fukuda lief genau in die Lücke, Keeper Ben Voll reagierte stark und wehrte Fukudas Schuss mit einer Hand ab. Kurz darauf der nächste Schock für die Karlsruher, als Rafael Pinto Pedrosa verletzt vom Platz musste.

Die Karlsruher blieben in der Folge am Drücker, zeigten aber auch, warum sie neben Bochum und Kaiserslautern die schwächste Offensive der 2. Liga stellen: Der KSC war einfach zu ungefährlich im Abschluss. Fukuda hatte erneut die Chance (71.), köpfte aber genau in die Arme von Voll.
Es lief auch in der Schlussphase weiter alles gegen den KSC, dem zum zweiten Mal ein vermeintlicher Treffer aberkannt wurde: Der eingewechselte Lilian Egloff traf aus kurzer Distanz (83.), stand allerdings knapp im Abseits. Der Treffer hätte dennoch zählen müssen, weil der Ball zumindest nach Ansicht der TV-Bilder von einem Pauli-Spieler kam. Doch Schiedsrichter Benen blieb auch hier bei seiner Entscheidung - die letzte Hoffnung auf ein spätes Karlsruher Comeback war zerstört.
Coach Maximilian Senft wollte sich nicht lange mit den strittigen Entscheidungen aufhalten. "Jeder kann die Szenen sehen, wir haben ein reguläres Tor zum 1:0 erzählt. Aber ich begebe mich ungerne in die Opferrolle, und das werde ich auch jetzt nicht tun", sagte Senft im Sportschau-Interview und gab sich zuversichtlich:"Ich weiß, wie wir uns rausarbeiten können aus der Situation."
Der St. Pauli tritt am 8. Spieltag am Samstagabend (20.30 Uhr) bei Hannover 96 an. Karlsruhe empfängt am Sonntag (13.30 Uhr) den SV Darmstadt.
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | St. Pauli nutzt Karlsruher Schwächen | 12.10.26 | 00:00 Uhr
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