Sportschau
October 10, 2026

Stand: 10.10.2026 • 21:55 Uhr
RB Leipzig feiert in der Fußball-Bundesliga einen 6:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt und vor allem Christopher Nkunku.
Der Franzose erzielte mit Treffern in der 5., 41. und 44. Minute einen Hattrick. Ezechiel Banzuzi hatte die Sachsen bereits in der ersten Minute in Führung gebracht. Nach der Pause erhöhten Antonio Nusa (54.) und Tidia Gomis (89.).
Leipzigs Trainer Martin Demichelis dürfte nach dem dritten Heimsieg ohne Gegentor durchatmen, denn er war nach schwachen Auswärtsauftritten in Bundesliga und Champions League schon ein wenig unter Druck geraten. "Das war eine super Leistung. Ich freue mich sehr", sagte der Argentinier zur Sportschau.
"Wenn du so in ein Spiel startest, das ist natürlich herausragend. Das haben wir dann auch bis zum Schluss konsequent gemacht", so Leipzigs Innenverteidiger Willi Orban.
Die Frankfurter Eintracht hat mit fünf Punkten nur ein kleines Polster bis zu den Abstiegsrängen der Fußball-Bundesliga. "Mir fällt es schwer, so eine Teamleistung zu akzeptieren", war Jonathan Burkardt bedient, "das tut sehr weh. Es tut mir vor allem sehr leid für die Jungs und Mädels, die hier mitgereist sind."
"Speziell am Anfang haben wir die Körperlichkeit vermissen lassen", kritisierte Trainer Adi Hütter, "so, wie wir verteidigt haben, geht das einfach nicht." Dennoch wolle er "den Jungs die Hand reichen", um sie für das nächste Spiel wieder aufzurichten.
Bei der Frankfurter Eintracht hatte sich nach vier Spieltagen eine erhebliche Diskrepanz zwischen den Ergebnissen in der ersten und zweiten Halbzeit ergeben. In der Spezialtabelle der ersten 45 Minuten plus Nachspielzeit belegte die SGE den ersten Platz. Sie führte in allen bisherigen Spielen, als es in die Pause ging.
Dass diese Serie reißen würde, war am Samstag ziemlich schnell klar. Leipzig führte nach fünf Minuten mit 2:0, das war den Sachsen zuvor noch nie in einem Heimspiel der Bundesliga gelungen.
Frankfurts Trainer Hütter setzte nach der Länderspielpause wieder auf eine Dreierkette, weil er damit auch den bislang einzigen Sieg - beim 3:1 in Mainz - gefeiert hatte. Mehr Stabilität sollte die Grundformation geben, denn zu den zwei Gegentoren in den ersten Halbzeiten waren in den zweiten noch acht dazugekommen.
Doch kein System hilft gegen schwaches Zweikampfverhalten und schlechtes Stellungsspiel. Das aber zeigten die Frankfurter, und das gehäuft in den ersten und den letzten fünf Minuten vor der Pause.
Die Leipziger waren robuster, aufmerksamer, schneller, durchsetzungsfähiger, schlicht eine Klasse besser, wenn sie im Verteidigungsdrittel der Hessen waren.
Schon nach 44 Sekunden nutzte Ezechiel Banzuzi das zu seinem ersten Saisontor aus. Robin Koch hatte zuvor einen Querpass durchgelassen, vermutlich aus Angst vor einem Eigentor.

Nnamdi Collins erwischte einen ganz schwachen Tag.
Den zweiten groben Fehler der Frankfurter leistete sich Nnamdi Collins, als er in einem Zweikampf mit Antonio Nusa viel zu brav blieb. Nkunku verwertete den Pass in der Mitte und legte damit den Grundstein zum ersten Hattrick der Leipziger Bundesligageschichte nach deutscher Lesart, also drei Treffern hintereinander innerhalb einer Halbzeit.
Bis er sein Werk vollendete, gestaltete die Eintracht das Spiel offener, kam sogar durch Nationalspieler Jonathan Burkardt zu einer guten Chance, doch der belgische Nationaltorhüter Maarten Vandevoordt gewann das Duell (31.)
Eventuell schöpften die Hessen nach der guten halben Stunde Hoffnung, mit einer dieses Mal erfolgreichen zweiten Halbzeit den Rückstand noch aufzuholen. Doch diese Hoffnung schwand, als Nkunku aus kurzer Entfernung abstaubte, nachdem Noah Atubolu einen Schuss von Rômulo mit einem Reflex abgewehrt hatte.

Vom Druck befreit: Leipzigs Trainer Martin Demichelis mit Torschütze Tidiam Gomis
Knapp drei Minuten später stand dann auch auf dem Konto des Frankfurter Torhüters ein schwerwiegender Fehler. Er ließ einen Schuss von Banzuzi nach vorne prallen, Nkunku war für sein drittes Tor zur Stelle.
Schon nach gut einer Stunde durfte Nkunku dann unter dem frenetischen Applaus der Zuschauer vom Platz. Er ging zusammen mit einem weiteren Torschützen, denn Nusa hatte zwischenzeitlich auf 5:0 erhöht. Wieder hatte Collins mit schwachem Zweikampfverhalten dazu beigetragen.
Anschließend spielte die Eintracht wieder ein bisschen mit, kam zu Chancen, aber zu keinem Treffer. So ging auch die zweite Halbzeit wieder verloren. In der Spezialtabelle für die zweiten 45 Minuten plus Nachspielzeit rutschte sie damit mit nur einem Punkt auf den letzten Platz ab, weil auch Gomis noch traf - desolates Abwehrverhalten der Eintracht inklusive.
Für Leipzig, das am Dienstag in der Champions League auf die PSV Eindhoven trifft, geht es in der Bundesliga am Samstagabend beim FC Bayern weiter (18.30 Uhr). Frankfurt empfängt am Freitagabend den 1. FC Köln (20.30 Uhr).
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Dreifacher Nkunku überragt bei Leipziger Kantersieg | 12.10.26 | 00:00 Uhr
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