Sportschau
12 באוקטובר 2026

Stand: 12.10.2026 • 08:27 Uhr
Der 1. FC Nürnberg erbringt beim Acht-Tore-Spektakel gegen den VfL Wolfsburg in der 2. Bundesliga den Top-Team-Beweis. Die Euphorie ist groß. Auch Trainer Miroslav Klose kann sich davon nicht freimachen. Das Gerede vom Aufstieg bremst er halbherzig.
So richtig glücklich war Tobias Strobl nach dem spektakulären 4:4 (2:0) seines VfL Wolfsburg gegen den 1. FC Nürnberg nicht. "Das dritte Tor ist viel zu einfach. Du bist auf dem Flügel im fünf gegen zwei, gehst den letzten Schritt nicht. Und das musst du gegen dieses Top-Team tun. Weil, wenn du es nicht machst, haben sie genau diese Qualität, dich zu bestrafen", monierte der Wölfe-Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Moment mal. Top-Team? Qualität? 1. FC Nürnberg? Wirklich? Ja! Der Club ist nach schwierigen Jahren wieder im Aufwind. Und wie. Nach sieben Spielen stehen die Franken in der Tabelle der 2. Bundesliga mit 17 Punkten auf Rang zwei.
Das Team von Trainer Miroslav Klose hat in der laufenden Saison noch kein Spiel verloren und wäre da nicht Hertha BSC, das bisher noch keinen einzigen Punkt abgegeben hat, stünde man sogar an der Spitze des Tableaus. Die Euphorie rund um das Max-Morlock-Stadion ist dementsprechend riesig.
Unentschieden wie das gegen Bundesliga-Absteiger Wolfsburg tun dem keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Nach einer blassen ersten Halbzeit, in der man froh sein konnte, nur 0:2 zurückzuliegen, steigerten sich Julian Justvan und Co. im zweiten Durchgang enorm.
14 Minuten nach Wiederanpfiff war der Rückstand durch einen Doppelpack von Piet Scobel aufgeholt. Weitere vier Minuten später war das Spiel dank einem Tor durch Goalgetter Mohamed Ali Zoma gedreht und die Hausherren in Führung.
Klar, Wolfsburg kam in der Nachspielzeit noch einmal zurück. Aber auch darauf fand Nürnberg - dieses Mal durch Giannis Marouras - eine späte Antwort. Der noch spätere erneute Ausgleich der Wolfsburger wurde bei aller Enttäuschung über den verlorenen Dreier angesichts der Nehmerqualitäten fast schon zur Randnotiz.
Klose wollte seiner Mannschaft jedenfalls keine (öffentlichen) Vorwürfe angesichts von drei Standard-Gegentoren machen. "So kurz nach dem Spiel habe ich eher positive Sachen aus der zweiten Halbzeit im Kopf. Wir werden die Dinge sicherlich analysieren, aber heute möchte ich nicht allzu viel dazusagen, weil es die Mannschaft einfach nicht verdient hat", stellte sich der ehemalige WM-Rekordtorschütze vor seine Schützlinge.
Ein wenig Kritik angesichts der schwachen ersten Halbzeit wollte er sich allerdings nicht verkneifen. Wolfsburg habe bis zur Pause "Männer-Fußball gespielt und wir haben uns nur ein bisschen gewehrt", analysierte er das Geschehen.
Generell wirkte der Trainer nach dem eben erlebten Fußball-Feuerwerk wie auf einer Gratwanderung. Einerseits wollte er die Begeisterung nicht in Übermut umschlagen lassen, andererseits konnte und wollte auch er sich nicht ganz von der guten Stimmung freimachen.
"Mein Trainerkollege hat gesagt, dass wir ein Top-Team sind und so sehen wir uns auch. Aber das gilt auch für die Mannschaften, mit denen wir uns messen wollen", griff er das Lob von Strobl auf und schob warnend hinterher: "Wir haben die Messlatte mit den letzten Spielen selbst sehr hochgelegt und das Schöne am Fußball ist, dass du das immer wieder bestätigen musst."
Die Zwiegespaltenheit des Weltmeisters von 2014 zeigte sich auch bei seinem Blick nach vorne. "Wenn du es schaffst, gegen so einen Gegner zu bestehen und ein fantastisches Spiel machst, kannst du einfach nur stolz sein", freute er sich, bevor er sich doch einfing: "Das muss unser Weg sein, aber wir denken von Spiel zu Spiel."
Bei aller rhetorischen Vorsicht dürfte Klose die Nürnberger Aufstiegsträume mit seinen Worten kaum gebremst haben. Dazu ist der gegenwärtige Höhenflug zu schön. Und ein Ende der Serie ist ja auch nicht in Sicht. Als Top-Team geht man schließlich in so gut wie jedes Spiel als Favorit.
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Quelle: BR24Sport im Radio 11.10.2026 - 13:05 Uhr
כתבה מאת Sportschau. GoalingBreak מציגה את הטקסט לנוחות הקריאה: כל הזכויות נשמרות למוציא לאור.
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