Sportschau
10 Oktober 2026

Stand: 09.10.2026 • 21:15 Uhr
Eintracht Braunschweig hat seinen Negativlauf im Nordduell der zweiten Fußball-Bundesliga mit Holstein Kiel beendet. Nach zuvor fünf sieglosen Partien in Serie feierten die Niedersachsen am Freitagabend einen 1:0 (1:0)-Erfolg. Die KSV muss derweil weiter auf den ersten dreifachen Punktgewinn warten.
Jan Urbich entschied mit seinem Treffer (11.) eine sehr umkämpfte Begegnung mit wenig fußballerischen Höhepunkten. Das frühe Tor spielte den Hausherren in die Karten. Sie überließen Kiel anschließend die Spielgestaltung und setzten auf Umschaltmomente. Holstein betrieb zwar einen hohen Aufwand, blieb mit ganz wenigen Ausnahmen im Angriff jedoch harmlos und ist nun saisonübergreifend bereits seit neun Spielen sieglos.
"Es geht immer weiter. Der Kopf muss oben bleiben, - Brust raus. Die Jungs haben alles investiert, alles gegeben. Man kann ihnen keinen Vorwurf machen. Wir sollten uns für den Aufwand vielleicht nicht immer bestrafen, sondern mal belohnen. Das ist momentan unser Los. Wir müssen schauen, dass wir den Schalter umlegen", sagte Kiels Trainer Tim Walter im NDR Interview.
Die Eintracht begann im Braunschweiger Regen stürmisch. Bereits nach 180 Sekunden lag der Ball im Kieler Gehäuse. Urbich hatte ihn nach einer Flanke von Fabio Di Michele Sanchez hinbefördert, stand beim Abschluss aber ganz knapp im Abseits, wie Referee Eric-Dominic Weisbach (Halle/Saale) nach Hinweis vom Video-Schiedsrichterassistenten durchsagte.

Der Matchwinner: Braunschweigs Jan Urbich (l.) bejubelt seinen Treffer zum 1:0.
Aufatmen bei Kiel. Aber nur kurz. Denn dann sorgte Ivan Nekic mit einem viel zu kurzen Rückpass auf Keeper Timon Weiner für Entsetzen bei Holstein: Urbich ersprintete sich das Spielgerät, umkurvte Weiner schon den Ball ins Tor. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison führte ein individueller Aussetzer zu einem Gegentor der KSV.
Pechvogel Nekic war auf Wiedergutmachung aus. Nachdem er sich im Zweikampf mit Yann Sturm Respekt verschafft und dafür eine Gelbe Karte abgeholt hatte (15.), besaß der Kroate nach einem Freistoß von Adrián Kaprálik die große Chance zum Ausgleich, vergab diese aus wenigen Metern aber überhastet. Sein Kopfball flog deutlich über das Eintracht-Gehäuse (30.).
Die Niederlage war so was von unnötig.
Es war die beste Kieler Torgelegenheit im ersten Abschnitt. Die Gäste hatten in den ersten 45 Minuten zwar 65 Prozent Ballbesitz, bekamen aber viel zu selten Tiefe in ihr Spiel. Die griffigen Beaunschweiger sowie der durch den Regen tiefe Boden taten ihr Übriges, dass die Schleswig-Holsteiner nicht richtig ins Kombinieren kamen.
Da auch die Eintracht mit nennenswerten Offensivaktionen geizte, war das Nordduell eher etwas für Freunde des rustikalen Kicks denn des schönen Spiels.
Nach dem Seitenwechsel agierten beide Teams etwas zwingender, sodass es nun auch mehr Strafraumszenen als in Hälfte eins gab. 100-prozentige Torchancen blieben jedoch auf beiden Seiten vorerst aus. Im letzten Drittel des Feldes mangelte es den Schützlingen der Kontrahenten an der letzten Überzeugung, was in Anbetracht der jeweiligen Negativserie jedoch auch wenig verwunderlich war.
Wir haben den Kampf heute gut angenommen und über 90 Minuten das Tor verteidigt.
Braunschweigs Torschütze Jan Urbich
Kiel, das bereits in den vorigen beiden Auswärtsspielen ohne Torerfolg geblieben war, rannte unermüdlich an. Insbesondere über die rechte Seite und den umtriebigen Guillermo Balzi initiierten die Gäste einige sehenswerte Angriffe.
Im Zentrum blieb die KSV aber auch nach der Hereinahme von Giorgi Kvilitaia (70.), der nun mit Phil Harres eine Doppelspitze bildete, weitgehend ungefährlich. Auf der Gegenseite spielte Braunschweig seine Konter schlecht aus.
So blieb es am Ende beim knappen 1:0-Erfolg, der in die Rubrik "schmutziger Sieg" fiel. "Wir haben den Kampf heute gut angenommen und über 90 Minuten das Tor verteidigt. Es tut einfach gut, dass wir uns heute mal für den Aufwand belohnt haben", sagte Torschütze Urbich dem NDR.
Dieses Thema im Programm: NDR 1 Welle Nord | Moin! Schleswig-Holstein – Von Binnenland und Waterkant | 09.10.2026 | 19:00 Uhr
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