Sportschau
8 октомври 2026 г.

Stand: 08.10.2026 • 12:08 Uhr
Trainersuche einmal anders: Nachdem Carlos Queiroz entlassen wurde, sucht Ghana einen neuen Nationaltrainer - per Internet. Die kommende Afrika-Cup-Qualifikation steht auf dem Spiel.
Arbeitslose Fußballtrainer aufgepasst! Ghanas Fußballverband sucht einen neuen Nationaltrainer. Und das auch via Internet. Wer sich berufen fühlt, demnächst das Team der "Black Stars" zu betreuen, kann per Mail seine Bewerbungsunterlagen einreichen. So ist das nachzulesen auf der offiziellen Webseite der Ghana FA, dem Fußballverband des westafrikanischen Landes.
Trainersuche also mal etwas anders - man möchte die Auswahl des künftigen Coaches und Nachfolgers des Portugiesen Carlos Queiroz so transparent wie nur irgend möglich gestalten. So begründen die Verbandsfunktionäre ihren ungewöhnlichen Bewerbungsprozess, in dem ein fünfköpfiges Gremium von Experten schließlich den neuen Coach auswählen soll.
Das Entsetzen über die jüngsten Leistungen der Nationalmannschaft in Ghana ist groß. Das Team, das bei der vergangenen WM nach überstandener Gruppenphase in der Runde der letzten 32 mit 0:1 gegen Kolumbien ausschied, legte unter Queiroz, der das Amt erst im April vom Deutsch-Ghanaer Otto Addo übernommen hatte, einen erneut katastrophalen Start in der Qualifikation für den kommenden Afrika-Cup hin.
Beim jüngsten Länderspiel-Fenster verlor das Queiroz-Team zunächst in der Elfenbeinküste mit 0:2, ehe es im heimischen Accra eine geradezu desaströse 2:4-Pleite gegen Außenseiter Gambia setzte. Dabei hatten die ghanaischen Stars, die weitestgehend in europäischen Top-Ligen ihr Geld verdienen, sogar schon 2:0 geführt.
Für den kommenden Afrika-Cup, der im Sommer 2027 in Uganda, Kenia und Tansania ausgetragen werden soll, bedeutet dies: In den noch folgenden vier Qualispielen der Vierergruppe, in der sich die beiden Erstplatzierten qualifizieren, sind die "Black Stars" zum Erfolg verdammt, müssen alles gewinnen. Sonst verpassen sie auch das nächste wichtige Kontinentalturnier, was ihnen schon in der vergangenen Auflage passiert ist.

Gideon Mensah bei der Nationalmannschaft Ghanas
Schon in Marokko 2026 waren sie nicht dabei - es war stimmungsmäßig kaum auszuhalten in dem extrem fußballfanatischen Land, das sein Selbstvertrauen nicht unwesentlich durch Resultate seines Fußball-Nationalteams bezieht. Das Barometer steigt in Ghana bei Erfolg ebenso rasch in Richtung Hochstimmung, wie es bei Niederlagen in den tiefen Keller rutscht.
Hoch ging es unter dem Deutsch-Ghanaer Otto Addo bis April 2026, denn Ghana schaffte nach dem verpassten letzten Afrika-Cup die Quali für die WM 2026. Kurz vor dem Turnier musste Addo aber gehen, nachdem er in der Vorbereitung zwei Niederlagen gegen Österreich (1:5) und Deutschland (1:2) bezog. Es kam Weltenbummler Queiroz, der seinen eigenen Staff mitbrachte. Was auch für Ghanas Technischen Direktor Winfried Schäfer, der eng mit Addo zusammengearbeitet hatte, das Aus bedeutete.
Allein: Queiroz brachte es nicht. Schon bei der WM wäre für das individuell stark besetzte Ghana mehr drin gewesen, spätestens nach dem jüngst missglückten Quali-Desaster musste der 73-Jährige seinen Stuhl wieder räumen. Und Ghanas Fußballverband steht wieder da, wo er so oft steht: irgendwie vor dem Nichts. Einem Neuaufbau.
Wer ihn leiten kann und soll - das soll eine fünfköpfige Expertenkommission um den Deutschen Anthony Baffoe und Ex-Nationalspieler Stephen Appiah herausfinden. Und damit alles öffentlich nachvollziehbar und mit rechten Dingen zugeht, kann sich jeder Interessent bewerben. Über die öffentlich gestreute Mailadresse.

Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Ghana sucht neuen Coach - auch per Internet | 08.10.2026 | 11:50 Uhr
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