Sportschau
10 października 2026

Stand: 10.10.2026 • 18:43 Uhr
Nach durchwachsenem Saisonstart wechselt Dresdens Trainer überraschend den Torhüter. Sein Plan geht in Osnabrück zunächst auf, doch am Ende fehlt die Kraft.
Dynamo Dresden hat in der 2. Fußball-Bundesliga seinen zweiten Saisonsieg knapp verpasst. Beim 1:1 (1:0) am 7. Spieltag bei Aufsteiger VfL Osnabrück kassierten die Dresdner in der 87. Minute durch Robin Fabinski den Ausgleich.
Bis dahin hatte Dynamo die Gastgeber weitgehend vom eigenen Tor ferngehalten, der Führungstreffer von Niklas Hauptmann (38.) reichte aber nicht zum Sieg. "Es ist schon enttäuschend, wenn du so lange führst - und das nicht unverdient", sagte Dresdens Trainer Thomas Stamm.
Er hatte am Samstag für eine Überraschung gesorgt, indem er den bisherigen dritten Torwart zwischen die Pfosten stellte. Lennart Grill verdrängte nach 314 Tagen ohne Pflichtspiel Tim Schreiber auf die Bank.
"Wir wollten etwas verändern", sagte Stamm und verwies auf die zuvor 14 Gegentore in sechs Spielen. "Das kannst du über eine taktische Veränderung machen oder du probierst, auf der ein oder anderen positionell etwas zu machen." Grill habe sich in den vergangenen Monaten gut zurückgekämpft mit Hochs und Tiefs.
Der 27-jährige frühere Jugendnationalspieler war 2025 nach Dresden gewechselt und eroberte im Oktober einen Stammplatz. Anschließend stoppte ihn eine Knieverletzung, er verpasste die gesamte Rückrunde und musste sich in dieser Saison zunächst gedulden.
"Nach so einer Verletzung verlierst du unglaublich viel Power und Kraft", sagte Grill der Sportschau. "Dann ist es harte Arbeit, wieder Vertrauen in mich und das Knie zu finden. Und es ist umso schöner, wenn so etwas gesehen und belohnt wird."
In der ersten Hälfte hatte Dresden vor 15.741 Zuschauern diszipliniert verteidigt, Osnabrück allerdings auch. Die Folge war eine ereignisarme erste halbe Stunde.
Am Dresdner Führungstor hatte Tobias Raschl einen großen Anteil. Mit der Sohle streichelte er den Ball zurück in den Lauf von Jonas Sterner, der dadurch auf rechts Platz hatte. Seine flache Hereingabe stocherte Kapitän Hauptmann mit Glück, Geschick und Entschlossenheit ins Tor.
Nur wenig später hatte Osnabrück nach einer Flanke von Jonathan Gomez die Riesenchance zum Ausgleich, aber Adrian Becks Abschluss zentral vor dem Tor geriet zu harmlos. Er hätte den Ball auch durchlassen können für den einköpfbereiten Bernd Riesselmann.
Mit der etwas glücklichen Führung im Rücken kontrollierte Dresden die Anfangsphase der zweiten Hälfte. Der bis dahin wenig geprüfte Grill leistete sich bei einem Befreiungsschlag eine kleine Unsicherheit, sie blieb aber unbestraft.
Ansonsten schafften es seine Vorderleute, die Gegner weitgehend von Grill fernzuhalten. Sie ließen kaum einen weiteren Abschluss zu und hielten sich vorsichtshalber mit eigenen Angriffen zurück.
Das rächte sich kurz vor Schluss. Nach einer Flanke aus dem Halbfeld verpasste zunächst Osnabrücks Niklas Wiemann den Ball am ersten Pfosten, zog dabei aber alle Aufmerksamkeit auf sich. So konnte Robin Fabinski am zweiten Pfosten problemlos einnicken.
Am 8. Spieltag ist Osnabrück am Sonntagmittag bei Arminia Bielefeld zu Gast (13.30 Uhr). Dresden empfängt zur selben Zeit den 1. FC Magdeburg.
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Osnabrück belohnt sich gegen Dresden spät | 12.10.26 | 00:00 Uhr
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