Sportschau
12 septembrie 2026

Stand: 14.09.2026 • 00:02 Uhr
Die Welt bei Eintracht Frankfurt sieht nach einem klaren 3:1 (2:0)-Auswärtssieg beim 1. FSV Mainz 05 in der Fußball-Bundesliga wieder deutlich freundlicher aus. Das lag vor allem an Ex-Mainzer Jonathan Burkardt und Elfmeter-Spezialist Noah Atubolu.
Vor dem Rhein-Main-Derby war Frankfurt in einer ganz gefährlichen Situation. Da war das 0:7 gegen den FC Brentford im letzten Test, dann das 3:3 bei Union Berlin trotz einer 3:1-Führung und am vergangenen Wochenende die 1:4-Klatsche gegen den FC Augsburg.
Ein weiterer Rückschlag beim Prestige-Duell in Mainz hätte die Lage noch weiter verschärft - doch dann kamen zwei Profis mit dem Prädikat "ausgerechnet" und richteten es für die Eintracht.
"Man braucht manchmal Geduld", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter der Sportschau mit Blick auf den schwachen Saisonstart. Seine Umstellung auf eine Dreierkette nannte er als einen Faktor für den Aufschwung.
Die Eintracht hatte zunächst noch großes Pech. Ritsu Doan drehte schon zum Jubel ab nach seinem Volleyschuss aus der Drehung aus 18 Metern, doch der Ball sprang vom Innenpfosten gerade so noch aus dem Tor (6. Minute). Frankfurt schüttelte sich aber nur ganz kurz und ging etwas verspätet in Führung, nach einem Steilpass war Burkardt durch und legte quer auf Can Uzun, der ins leere Tor einschob (9.).
Seit dem Ende seines 14. Lebensjahres hatte Burkardt (jetzt 26 Jahre alt) für die Mainzer gekickt, ehe es ihn im Sommer 2025 nach Frankfurt zog. Verziehen haben es ihm die Fans nach wie vor nicht, seine Aktionen wurden mit Pfiffen begleitet - an seiner Qualität änderte das allerdings nichts. Und auch Atubolu zeigte, dass ihn die vergangenen Wochen inklusive sehr spätem Transfer zur Eintracht nicht zu einem schlechteren Keeper gemacht haben.
Ein Rückpass von Robin Koch geriet zu kurz und der Ex-Freiburger musste gegen Phillip Tietz alles riskieren. Atubolu hatte das Glück, dass er Millisekunden vorm Mainzer Stürmer an den Ball kam und klärte, so verhinderte er entweder den Treffer zum Ausgleich oder im Falle eines Fouls die Rote Karte für sich (26.). Doch kurz vor der Halbzeit zeigte sich, was die wirkliche Paradedisziplin des neuen Frankfurt-Torhüters ist.
Nach einer ganz leichten Berührung von Raphael Onyedika an der Schulter des theatralisch fallenden Sheraldo Becker entschied Felix Zwayer auf Elfmeter und auch der Videokeller hatte keine Einwände. Nadiem Amiri trat an und wie so viele seiner Vorgänger scheiterte er an Atubolu, der den schwach geschossenen Versuch mit dem Knie abwehrte und Glück hatte, dass Tietz den Nachschuss am leeren Tor vorbeischoss (43.). Es war sein sechster parierter Strafstoß in Folge in der Bundesliga.
"Das war ein gebrauchter Tag heute", sagte Tietz zur Sportschau, es habe wenig bis nichts gepasst.
Der erste Durchgang endete nicht mit der Heldentat von Atubolu, sondern mit einer weiteren des zweiten Hauptdarstellers des Nachmittags. Nach einem langen Kopfball von Jeremiaha Maluze setzte sich Burkardt clever gegen Fabio Gruber durch und blieb frei vor dem gegnerischen Tor ganz cool, er traf zum 2:0 (45.+1). So ging die Eintracht sogar mit einer Zwei-Tore-Führung in die Kabine und alles deutete auf einen versöhnlichen Samstag hin.

Frankfurts Jonathan Burkardt (l.) schießt den Treffer zum 2:0 gegen den Mainzer Fabio Gruber
Der war es erst recht, als Uzun mit seinem zweiten Treffer ins leere Tor für die Entscheidung sorgte. Frankfurt kombinierte wie in besten Europa-League-Sieger-Zeiten und letztlich legte Mario Götze dem Doppelpacker den Ball perfekt auf zum 3:0 (60.).
Mainz bäumte sich danach kurz auf, doch beim Pfostentreffer von Danny da Costa wurde noch mal deutlich, dass es ein gebrauchter Tag für die Gastgeber war (68.). Daran änderte auch nichts, dass Tietz kurz vor Schluss noch etwas Ergebniskosmetik betrieb (90.).
Frankfurt freute sich über die Trendwende und den ersten Sieg der Saison in der Bundesliga - der zweite soll am kommenden Samstag gegen den perfekt gestarteten SC Freiburg (15.30 Uhr) gelingen. Mainz will dagegen verhindern, ein zweites Mal Aufbauhilfe zu betreiben, gleichzeitig zur Partie in Frankfurt geht es für die 05er zu Schlusslicht Borussia Mönchengladbach.
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Frankfurt betreibt gegen Mainz Frustbewältigung | 14.09.2026 | 00.00 Uhr
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