Sportschau
9. októbra 2026

Stand: 09.10.2026 • 23:17 Uhr
Borussia Dortmund führt in der Fußball-Bundesliga gegen Werder Bremen bis zur 88. Minute mit 2:0 - und lässt dann seinen Ex-Angreifer Niclas Füllkrug aus den Augen.
Der ehemalige Dortmunder Füllkrug stoppte am 5. Spieltag die Siegesserie des BVB. Beim 2:2 (0:0) zwischen dem BVB und Werder Bremen am Freitagabend sorgte der Werder-Angreifer in der Nachspielzeit per Kopf für den Ausgleich (90.+2). Erst kurz zuvor hatte Ludovit Reis den Anschlusstreffer erzielt (88.).
Dortmund hatte sich lange die Zähne am starken Gästetorhüter Karl Hein ausgebissen und erst spät durch Daniel Svensson (80.) und Nico Schlotterbeck (85.) getroffen. Anschließend gab die Borussia die Partie noch aus der Hand und verpasste so den fünften Sieg im fünften Saisonspiel.
"Wir haben den Gegner 88 Minuten lang dominiert", sagte Dortmunds Trainer Niko Kovac der Sportschau. Die letzten acht Minuten hätten dann wehgetan: "Du darfst so ein Spiel nicht aus den Händen geben."
Füllkrug hatte zur Saison 2023/2024 Bremen in Richtung Dortmund verlassen und mit dem BVB das Champions-League-Finale erreicht. Nach Stationen im Ausland spielt der Mittelstürmer seit dieser Saison wieder in Bremen und hat nun vier Spiele in Folge getroffen, jetzt auch erstmals gegen Dortmund.
"Es war gar nicht wichtig, dass das Tor jetzt gegen den BVB war", sagte Füllkrug am Sportschau-Mikrofon: "Es war vor allem wichtig, dass wir am Ende etwas mitnehmen und weiter im Flow bleiben und unsere positive Serie weiter stärken." Bremen hatte zuvor schon gegen Augsburg einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg gedreht und ist jetzt seit vier Spielen ungeschlagen.
Die Partie hatte eine gute halbe Stunde gebraucht, um in die Gänge zu kommen, was vor allem an Bremens disziplinierter Defensivarbeit lag. Die Gäste steckten auch die frühe verletzungsbedingte Auswechslung von Amos Pieper (19.) weg, für ihn kam Oskar Wojcik in die Innenverteidigung.
Die ersten nennenswerten Chancen gehörten Bremen: Olivier Demans Schuss (36.) nach einem Eckball blockte Serhou Guirassy, ein Abschluss von Reis (37.) rauschte knapp links vorbei. Vor dieser Szene hatte sich der rechtzeitig genesene Nationalspieler Schlotterbeck im Mittelfeld schlecht positioniert.
Im Anschluss wachte auch Dortmund auf. Marcel Sabitzer schoss bei seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison einen Freistoß knapp vorbei (39.) und prüfte nach Guirassy-Ablage Bremens Torwart Karl Hein mit einem Flachschuss (40.).
Noch schwerer zu halten war für den Bremer Schlussmann der Abschluss von Maximilian Beier (43.), als dieser auf halbrechts durch war. Vorbereitet hatte diese Chance der 19-jährige Ethan Nwaneri mit einem geschickten Lupferpass.

Karl Hein pariert einen Schuss von Maxi Beier
Die Borussia rettete das Momentum über die Halbzeitpause hinweg und prüfte Hein direkt mit zwei abgefälschten Distanzschüssen von Schlotterbeck und Nwaneri. Spätestens jetzt hatte Dortmund das Spiel voll unter Kontrolle, schnürte Bremen ein, schloss mehrfach aussichtsreich ab.
Schwer erklärbar war aber die 54. Minute, als ein einfacher weiter Schlag von Torwart Hein dazu führte, dass Waldemar Anton Füllkrug aus den Augen verlor. Der Ex-Dortmunder sprintete dem Ball hinterher und kam, gestört von Joane Gadou, zum Abschluss - Gregor Kobel parierte stark.
Auf der Gegenseite war kurz darauf erneut Hein gefordert und hellwach auf dem Posten, als Nwaneri durch war. Wenig später hatte er Glück, dass Schiedsrichter Christian Dingert ein Stürmerfoul von Anton schon abgepfiffen hatte, bevor Nwaneri spektakulär per Fallrückzieher traf. "Das war für mich kein Foul, das war gar nichts", sagte Kovac zu der Szene.
In der 80. Minute war es dann doch so weit: Das erste Dortmunder Tor fiel und hatte mehrere Ursachen. Zunächst eroberte Beier, im rechten Mittelfeld vor einer Dreier-Abwehrkette aufgeboten, tief in der eigenen Hälfte den Ball von Mitchell Weiser. Dann gewann Guirassy sein Laufduell mit Marco Friedl und in der Mitte traf Fabio Silva den Ball bei seinem Abschluss nicht richtig. Der Zufall wollte es, dass hinter ihm Svensson abstauben konnte.

Daniel Svensson bejubelt das 1:0
Als Schlotterbeck kurz darauf per Kopf auf 2:0 stellte, schien die Partie gelaufen. Doch Reis traf präzise aus der Distanz und Füllkrug sorgte nach einer Freistoßflanke tatsächlich noch für den Ausgleich. Jubelnd rannte er zum in Ekstase geratenen Gästeblock.
Dort wurden spätestens jetzt Erinnerungen wach an 2022, als Bremen in Dortmund innerhalb weniger Minuten aus einem 0:2-Rückstand einen 3:2-Sieg gemacht hatte. Doch ein weiterer Treffer fiel nicht mehr.
Dortmund ist am nächsten Spieltag am Samstagnachmittag bei Union Berlin zu Gast (15.30 Uhr). Bremen empfängt zur selben Zeit den SC Paderborn.
Dieses Thema im Programm: sportschau.de | Rückkehrer Füllkrug bringt BVB zum Schweigen | 12.10.26 | 00:00 Uhr
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