Sportschau
10 Ekim 2026

Stand: 10.10.2026 • 09:57 Uhr
Ein sehr anstrengender Oktober steht Borussia Dortmund noch bevor. Gegen Werder Bremen sah es nach einem gelungenen Start aus, bis in kurzer Zeit mal wieder das System zusammenbrach.
Drei Wochen sind es noch hin, bis Borussia Dortmund zum Topspiel der Fußball-Bundesliga beim FC Bayern München antritt. Eine überschaubare Zeit, aber gedanklich wird das Spiel noch Monate entfernt sein.
Fünf Partien stehen vorher noch an, dazu tausende Flugkilometer, sogar den SV Werder werden sie in Dortmund am 27. Oktober zum Duell in der zweiten Runde des DFB-Pokals wieder sehen, bevor es zum Meister geht.
Da wäre nach der langen Länderspielpause ein Schub umso wichtiger gewesen, doch stattdessen gab es einen Rückschlag, der bis wenige Minuten vor dem Abpfiff nicht abzusehen war.
"Wir hatten uns für diese Saison vorgenommen, solche Spiele zu killen", sagte Dortmunds Lars Ricken, Geschäftsführer Sport, der Sportschau.
Als Nico Schlotterbeck am Freitagabend in der 88. Minute das 2:0 köpfte, sah es so aus, als sei die Umsetzung geglückt. Doch Werder kam zurück, begünstigt auch durch einen fahrlässigen Fehlpass von Schlotterbeck, und schon in der zweiten Minute der Nachspielzeit köpfte der ehemalige Dortmunder Niclas Füllkrug zum 2:2-Endstand ein.
Mit leeren Blicken und kopfschüttelnd stapften die Borussen in die Kabine. Das beliebte englische Schimpfwort, beginnend mit dem Buchstaben F, war auch zu hören.
Genauso kurz und prägnant war die Antwort Schlotterbecks auf die Frage, ob er Nachwirkungen befürchte ob der leichtfertig verspielten zwei Punkte. "Nein", sagte der Innenverteidiger, der doch noch rechtzeitig wieder fit geworden war, nachdem wegen einer im Training mit der Nationalmannschaft erlittenen Verletzung zunächst eine längere Pause befürchtet wurde.
Wo aber war Schlotterbeck, als der für seinen gefährlichen Kopfball bekannte Füllkrug mit Anlauf nach einem Freistoß aus dem sogenannten Halbfeld in den Strafraum lief, um am Elfmeterpunkt ohne jeglichen Gegner in der Nähe seinen schon vierten Saisontreffer zu erzielen? Wo war Waldemar Anton? Wo war der dritte Innenverteidiger Joane Gadou?
"Es war eine Verkettung unglücklicher Situationen", sagte Trainer Niko Kovać, den schon das Foul zuvor ärgerte. Erstmals war er als Tabellenführer mit dem BVB in ein Spiel der Bundesliga gegangen, und das lief lange so, wie viele Spiele unter Kovać laufen.
In der ersten Halbzeit war es lange sehr zäh, weil der BVB zu träge spielte, um eine Mannschaft, die sich nahezu ausschließlich auf die Verteidigung konzentrierte, in Gefahr zu bringen. In der zweiten Halbzeit wurde es besser, druckvoller und erfolgreicher. Statt das 2:0 zu bejubeln, gab Kovać aber nach dem Treffer hektische Anweisungen.
"Eine Vorahnung hatte ich nicht", sagte der Trainer, "aber ich bin schon sehr lange im Geschäft und weiß, dass es in beide Richtungen gehen kann." Insofern habe er mahnen wollen vor einem Gegner, der nun gezwungen war, seinen Spielstil komplett umzustellen.
Das reichte, um Fehler zu provozieren, die Zweifel säen, ob Borussia Dortmund in dieser Saison dazugelernt hat. Ob die Lücke zum FC Bayern ein bisschen geschlossen werden kann. Bis der direkte Vergleich ansteht, bleibt zumindest wenig Zeit zu grübeln.
"Wir sind auf einem guten Weg, wir machen eine gute Entwicklung", sagte Niko Kovać, so etwas wie gegen Bremen "wird im Fußball immer passieren". Gegen Werder war es vier Jahre zuvor noch schlimmer. Die Bremer erzielten in der 89. Minute den 1:2-Anschluss-, in der 90+5. Minute den 3:2-Siegtreffer. Ob das in den Köpfen steckte, Nico Schlotterbeck? "Nein."
Sendung: WDR.de, "Harter Oktober für Borussia Dortmund", 10.10.2026, 12:10 Uhr
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